LUFTDRUCK IM PC-GEHÄUSE: POSITIV, NEGATIV, NEUTRAL LUFTDRUCK IM PC-GEHÄUSE: POSITIV, NEGATIV, NEUTRAL

LUFTDRUCK IM PC-GEHÄUSE: POSITIV, NEGATIV, NEUTRAL

Luft strömt durch Lüfteröffnungen sowie durch die vielen kleinen Spalten und Öffnungen im PC-Gehäuse. Ob diese Luft durch diese Öffnungen hinein- oder hinausströmt, hängt vom Luftdruck im Gehäuse ab.

Dieser Druck kann positiv, negativ oder neutral sein und beeinflusst, wie gut Ihr PC gekühlt wird und wie viel Staub sich ansammelt.

Was bedeutet der Luftdruck im Gehäuse?

Die Lüfter im Inneren eines PCs können durch Umdrehen des Lüfters so eingestellt werden, dass sie Luft ansaugen (ins Gehäuse hinein) oder ausstoßen (aus dem Gehäuse hinaus). Die Gesamtbalance zwischen Anzahl, Größe und Geschwindigkeit dieser Lüfter wird als Luftdruck im Gehäuse bezeichnet.

Bei positivem Luftdruck strömt mehr Luft in das PC-Gehäuse als aus ihm heraus, da die Anzahl, Größe oder Drehzahl (Geschwindigkeit) der Ansauglüfter höher ist. Dieser zusätzliche Luftstrom erzeugt einen Druckunterschied, der die überschüssige Luft durch die Öffnungen des Gehäuses, z. B. um das I/O-Panel herum, nach außen drückt.

Bei negativem Luftdruck sind die Absauglüfter größer, schneller oder zahlreicher, wodurch ein etwas niedrigerer Luftdruck im Inneren des Gehäuses entsteht. Da die Ansauglüfter nicht genug Luft ansaugen, um den Abluftstrom auszugleichen, wird Außenluft durch Öffnungen im Gehäuse angesaugt. Dadurch strömt die Luft schnell durch das Gehäuse und wird ohne darin zu verweilen wieder ausgestoßen.

Bei ausgeglichenem Zuluft- und Abluftstrom befindet sich der PC in einer neutralen Luftdruckkonfiguration. Der Luftdruck im Inneren des Gehäuses entspricht in etwa dem Außenluftdruck, sodass kaum oder gar keine Luft durch die Spalten strömt, was in einem gleichmäßigen und vorhersehbaren Luftstrom resultiert.

Beachten Sie, dass ein Staubfilter oder Gitter vor einem Lüfter den Luftstrom deutlich reduzieren kann. Trotzdem ist es zur Kontrolle der Staubansammlung im PC wichtig, einen Staubfilter vor den Ansauglüfter zu haben.

Was bewirken die einzelnen Luftdruckarten?

Eine Konfiguration mit negativem Luftdruck bietet eine etwas bessere Kühlung, da die Luft im Inneren des PCs zügig abgeführt wird, bevor sie zu heiß werden kann. Allerdings wird zusammen mit der Luft auch Staub durch sämtliche Spalten, die nicht durch Filter abgedeckt sind, in das PC-Gehäuse gesaugt.

Da bei negativem Luftdruck mehr Staub eindringt, sammelt sich dieser schnell auf den Komponenten an und verringert deren Kühlleistung. Ohne regelmäßige Reinigung geht somit jeder Kühlungsvorteil dieser Konfiguration verloren.

Der Hauptvorteil einer Konfiguration mit positivem Luftdruck ist die geringere Staubansammlung. Da die Ansauglüfter durch Staubfilter abgedeckt sind und kein Staub durch Spalten ins Gehäuse angesaugt wird, ist eine häufige Reinigung seltener notwendig. Tatsächlich kann der leichte Abluftstrom sogar einen Teil der Staubpartikel im Inneren des Gehäuses wegtransportieren.

Bei einem zu starken positiven Luftdruck, bei der die Zuluft die Abluft deutlich übersteigt, wird jedoch Heißluft im Inneren des Gehäuses eingeschlossen, was zu einem Anstieg der Gesamttemperaturen führt.

Eine neutrale Luftdruckkonfiguration bietet das Beste aus beiden Welten. Sie sorgt für einen vorhersehbaren Luftstrom, der die Komponenten effektiv kühlt und gleichzeitig eine übermäßige Staubansammlung bzw. das Einschließen von Heißluft im Gehäuse verhindert.

Was ist die richtige Luftdruckkonfiguration für Sie?

Für Einsteiger ist ein neutraler oder leicht positiver Luftdruck ideal. Er hält die Komponenten kühl und minimiert gleichzeitig die Staubansammlung. Die meisten Komponenten der Mittelklasse – und sogar einige High-End-Komponenten – lassen sich mit dieser Konfiguration problemlos kühlen. Ein Gehäuse mit hohem Luftstrom wie das VALOR AIR PRO erleichtert die Realisierung dieser Konfiguration.

Falls Sie eine Übertaktung von Top-Komponenten planen und einen AIO-Flüssigkühler verwenden möchten, kann eine sorgfältig konzipierte Luftstromkonfiguration bei der Maximierung der Kühlleistung förderlich sein. Optimal für diese Art der Hochleistungskühlung ist ein Gehäuse, das bis zu 360-mm-Kühlkörper (sowohl an der Front als auch oben) aufnehmen kann, wie z. B. das STARKER AIR BTF.


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